Mittwoch, 18. Juni 2014

Historische Ausstellung "Pfingstkirmes - einst und heute" in der levoBank viel beachtet und besucht




Der Förderkreis Heimatkunde und Denkmalpflege hat zusammen mit dem Ortsrat Eppelborn schon viele Ausstellung seit 1997 durchgeführt und immer wieder neue heimatgeschichtliche Themen aufgearbeitet und dargestellt. So auch in diesem        Jahr 2014: Die Geschichte der Eppelborner Pfingstkirmes beginnt im Jahre 1936, die Kirmes im Mai in Eppelborn jedoch bereits im Jahre 1398, jedenfalls ist sie seit diesem Datum historisch nachweisbar!


Bereits vor Eintritt in die levoBank roch es nach Popcorn und Mandeln sowie Zuckerwatte. Willy Hauck hatte gleich im Eingang der Schalterhalle seine Popcorn-Maschine aufgebaut, ebenso seine Maschine zur Herstellung von Zuckerwatte. Der Duft verbreitete bereits „Kirmesluft“, dazu war ein „Notarztwagen“ aus einem alten Kinderfahrgeschäft der Firma Dietz aufgestellt worden (mit Mikrofon), rechts und links davon lag ein weißer Tiger sowie ein Bär der Schausteller Thomas und Susanne Sonnier (Münzautomatenspiel „Las Vegas“). Aus den Lautsprechern drang die Musik der Kirmesmusikanten. Eigentlich sollte ein Kirmesleierkasten spielen, der fiel jedoch aus. Unser Foto zeigt v. l. Willy Hauck jun., ich als Ortsvorsteher und levo-Geschäftsstellenleiter Bernhard Schattner.


Bernhard Schattner, Geschäftsstellenleiter der levoBank in Eppelborn, begrüßte aus dem Auto des Kinderfahrgeschäfts heraus die zahlreich erschienen Gäste, darunter viele Ortsvorsteher, Kreistags-, Gemeinderats- und Ortsratsmitglieder, die Mitglieder des Förderkreises Heimatkunde und Denkmalpflege mit ihrem Vorsitzenden Günter Maas, dem Ausstellungsteam mit Willibald Bonner, Helmut Groß, Manfred Holz und Reinhold Bost, der seine Laudatio auf die Ausstellung und die geschichtliche Entwicklung der Pfingstkirmes nicht selbst halten konnte. Für ihn sprach Ortsvorsteher Berthold Schmitt ein. Dieser dankte in seinen Grußworten den Aktiven des Fördervereins für die große Arbeit, die eine solche Ausstellung immer seit November vergangenen Jahres erfordert. Fotos müssen gesammelt, besorgt, bearbeitet und ausgewählt werden. Am Ende müssen sie auch aufgezogen und beschriftet werden, bevor sie dann ihren Platz an den Stellwänden erhalten.

Beigeordneter Werner Michel, der die Bürgermeisterin vertrat, dankte auch allen, die an der geschichtlichen Aufarbeitung von solchen Themen – wie in diesem Jahr die Pfingstkirmes-Geschichte – wesentlichen Anteil haben. Große Volksfeste könnten künftig nur überleben, wenn sie im Umfeld mit einem großen Programm belebt werden.


Ortsvorsteher Berthold Schmitt trug die geschichtlichen Erläuterungen der Ausstellung vor, die im Wesentlichen von Heimatforscher Reinhold Bost zusammengestellt wurden, angereichert mit eigenen Erlebnissen und Sichtweisen. Ursprünglich war die Kirmes im Mai in Eppelborn auch ein Kirchweihfest, entwickelte


sich innerhalb der letzten 200 Jahre aber immer mehr zu einem großen Volksfest. Heute kann man die Pfingstkirmes, die seit 1936 an diesen Feiertagen gefeiert wird, als modernes Volksfest bezeichnen, das eigentlich keinen religiösen Bezug mehr hat, außer dass am Pfingstmontag eine Messe gefeiert wird unter Teilnahme von Schaustellerinnen und Schaustellern. Diese Tradition ist auch mittlerweile fast 20 Jahre alt.


Die Eppelborner Pfingstkirmes ist auch sehr stark geprägt von großen Schaustellerfamilien. Da ist z. B. die Familie Spangenberger (hier jüngster Sohn Michael Spangenberger von der 'Himalaya'), die Familie ist  weit mindestens zwei Jahrhunderten bereits in Eppelborn auf der Kirmes vertreten. Georg Spangenberger, im Jahre 1920 in Eppelborn im Hause Backes Julius geboren,  konnte viel erzählen von der Kirmes in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Diese waren geprägt von Schaubuden mit besonderen Attraktionen wie Boxen und Ringen, Weltneuheiten wurden dann in „Lichtröhren“ gezeigt, dann kamen Schießstände, Eisbuden und Verlosungsgeschäfte dazu.

Der Vater von Georg betrieb bereits eine von Hand angetriebene Schiffschaukel, die Söhne bieten heute schnelle Schlittenbahnen an: Himalaya, Musik-Express 3000 sowie die Taiga-Jet. Die erste war noch eine Eigenproduktion. Dann ist da in Eppelborn die Familie Jockers mit der Fliegerbahn „Vampir“ seit 1957, dann Auto-Scooter, seit 8 Jahren den modernsten Scooter in Südwestdeutschland. Die Firma Sonnier kam dann mit großen Verlosungsgeschäften, „Calypso“, die heute mit neuem Outfit die „Spin Ball“ geworden ist. Dazu kamen ein Riesenrad mit knapp 25 m Höhe im Jahre 1975, auf dem bereits der jetzige Ortsvorsteher mit seiner Frau gefahren war. Schließlich kamen ganz moderne Fahrgeschäfte dazu: Discovery und Star Gate.

Auch die Firma Dietz begann Mitte der 50-er Jahre mit einem Wasserkarussell, einer Fliegerbahn und schließlich den Twister. Heute reist die Familie Dietz mit dem „Miami Beach“ und seit diesem Jahr das Vier-Etagen-Laufgeschäft „RIO“. Aber auch die Kinder-Fahrgeschäfte haben sich sehr entwickelt, wie heute große Schleifen wie „Convoi-Star“ von Spoo, der Pressluftflieger und Rundfahrgeschäft von Hauck-Hary, „Märchenland“ von Massel, Bungee, Kettenflieger von Roos, „Splash Ball“ usw. Dazu kommen auf modernen Kirmessen wie in Eppelborn auch große Eiswagen (bis „Eis-Café“), Münzautomatenspiele, Pizza- und Imbisswagen, Popcorn- und Süßwaren-Stände usw.

Abschließend stellte Ortsvorsteher Berthold Schmitt im Blick auf die größte Dorfkirmes im Saarland fest, dass die Eppelborner (sowohl die Bevölkerung als auch die Ortsvorsteher und Ortsräte) immer ein gutes Verhältnis zu den Schaustellern hatten und auch heute haben. Sie sind für ihn Mitbewohner für die Zeit, in der sie in Eppelborn leben und arbeiten. Dies sollte auch in Zukunft so bleiben. Er gibt der Eppelborner Pfingstkirmes auch unter künftig schwierigen Bedingungen von so großen Volksfesten, eine große Chance, wenn sie immer wieder attraktiv gehalten wird und die Besucher ihre „Kirmes“ hochhalten, immer besuchen und auch für Umsatz sorgen.


Dann können sie auch künftig das besondere Flair, die Vielfalt und das einmalige Erlebnis bei Besuch der Kirmes erleben – und zwar dies bis zum großen Musik-Feuerwerk zum Abschluss am Dienstagabend, dies gibt es übrigens seit 40 Jahren in Eppelborn! Das erste Feuerwerk wurde 1974 zum Abschied von Bürgermeister Josef Ruloff abgeschossen, von Ortsvorsteher Alfred Groß bis 1974 weiter jeweils zum Abschluss abgeschossen, seit 1975 vom jetzigen Ortsvorsteher Berthold Schmitt, im Auftrag der Schausteller organisiert. Übrigens zahlen die Schausteller in jedem Jahr dieses schöne Spektakel.